Wo das Berichten anfängt
Vier Wochen, vier Lerneinheiten zum Voluntary Standard (VS). Die ersten beiden Wochen haben Geltungsbereich und Module geklärt. Diese Woche geht es um die Arbeit der Umsetzung: die sieben Schritte, wie die Umsetzung praktisch gelingt.
Bevor wir zu den Schritten kommen, eine Beobachtung, die die Bedeutung der Vorarbeit erläutert. Eine neue Übersichtsstudie zu Scope-3-Emissionen in kleinen und mittleren Unternehmen zeigt, wie sehr gute Berichte an etwas sehr Unspektakulärem hängen: daran, die richtigen Daten überhaupt zu finden.
Die Lerneinheit diese Woche
Welche sieben Schritte führen zum ersten VS-Bericht? Von Anlass und doppelter Wesentlichkeit über Modulwahl und Verantwortung bis zu Daten und Kennzahlen. 7 Screens in 3 Minuten.
Wo das Berichten wirklich anfängt
Eine systematische Auswertung von 49 Studien in Business Strategy and the Environment richtet den Blick auf eine Lücke: KMU stellen über 90 Prozent der Unternehmen weltweit und ungefähr 99,8 Prozent der europäischen Wirtschaft. Trotzdem ist kaum erforscht, wie sie mit Scope-3-Emissionen umgehen, also mit allen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.
Dabei ist Scope 3 kein Randthema. In einigen Branchen kann er bis zu 90 Prozent der Gesamtemissionen ausmachen und somit für ein einzelnes Unternehmen das Vielfache der eigenen, direkten Emissionen betragen. Wer vollständig berichtet, muss auch über diese Aspekte berichten.
Die Studie beschreibt, dass das Engagement der KMU dabei oft nicht aus eigenem Antrieb entsteht. Große Kunden brauchen die Zahlen ihrer Lieferanten für die eigene Berichterstattung und geben die Anforderung in der Lieferkette weiter. Banken und Regulierung verstärken das. Es zeigt sich: der erste Bericht ist oft die Antwort auf eine Frage, die jemand anderes gestellt hat.