2 Min. Lesezeit

Was die Märkte verlangen

Trotz regulatorischem Rollback steigt die Relevanz von Nachhaltigkeitsberichterstattung weltweit.
Foto: Grüne Pflanze wächst aus einem Riss in einer Betonmauer. Artem Shuba/Unsplash
Wächst trotz Rückzug.

Vier Wochen, vier Lerneinheiten zum Voluntary Standard (VS). Letzte Woche der Geltungsbereich, diese Woche die konkreten Module: was nach dem Standard berichtet werden muss, in welcher Pflicht-Stufe, mit welchem Detailgrad.

Bevor wir auf die Module schauen, ein Schritt zurück. Warum etabliert sich überhaupt ein Standard, der formal freiwillig ist? Ein aktueller Kommentar bei Reuters Sustainability gibt eine mögliche Antwort offen: Der Markt fragt schneller nach als die Regulierung.

Die Lerneinheit diese Woche

Welche Module verlangt der Voluntary Standard? Basic und Comprehensive: was steckt in welcher Stufe, welche Datenpunkte sind verpflichtend, welche optional? 7 Screens in 3 Minuten.

Marktanforderungen lassen sich nicht deregulieren

Ende Mai 2026 erschien bei Reuters Sustainability ein Big-Picture-Kommentar von Catherine Early zur globalen Lage des Sustainability Reporting. Die zentrale Aussage: trotz politischem Rückzug in einigen Regionen steigt die Berichterstattung weltweit.

Die Diagnose stützt sich auf drei unterschiedliche Beobachtungen.

Die Regulierung zieht sich zurück. Die EU nimmt über den Omnibus rund 80 % der Unternehmen aus der CSRD-Pflicht und in den USA stehen die Bemühungen, Offenlegung über die US-Börsenaufsicht verpflichtend zu machen, still und sind weitgehend zurückgenommen. Auf der politischen Bühne wird Reporting kleinteiliger gemacht.

Gleichzeitig steigt die Berichterstattung. Mehr als 30 Länder bewegen sich auf die Übernahme der ISSB-Standards zu. Viele Unternehmen, die nach der EU-Vereinfachung formal aus dem Pflichtbereich fallen, berichten weiterhin freiwillig. US-Bundesstaaten wie Kalifornien und New York etablieren eigene Disclosure-Anforderungen, unabhängig vom Bund.

Die treibende Kraft ist dabei nicht mehr nur das Gesetz, sondern der Markt. Banken brauchen ESG-Daten für ihre Risiko-Modelle, Großkunden fordern Substanz für ihre eigene Lieferketten-Berichterstattung, Investoren wollen Vergleichbarkeit. Wer nicht mehr berichten muss, wird trotzdem weiter danach gefragt.

Dieser Beitrag ist nur für Abonnenten