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Refuse: Weniger produzieren

Recycling und Effizienz holen es nicht auf: Jede Sekunde wird ein Müll-LKW voll Textilien verbrannt, während sich die Produktion verdoppelt hat. Die wirksamste Kreislaufstrategie ist die unbequemste.
Foto: Ein leerer, ganz in Weiß gehaltener Raum mit zwei hängenden Deckenleuchten. R_ R/Unsplash
Weniger ist eine Entscheidung, kein Mangel.

Jede Sekunde wird irgendwo auf der Welt ein Müll-LKW voll Textilien verbrannt oder deponiert. Gleichzeitig hat sich die Kleidungsproduktion in fünfzehn Jahren verdoppelt, und jedes Stück wird kürzer getragen, im Schnitt um ein gutes Drittel weniger. Nur rund ein Achtel des Materials wird nach Gebrauch überhaupt recycelt.

An diesen Zahlen zeigt sich, was Forschung und Praxis seit Jahren betonen: Recycling und Effizienz alleine drehen den Trend des steigenden Ressourcenverbrauchs nicht um.

Letzte Woche ging es in der Micro-Lerneinheit um den Einstieg: warum Recycling nur die achte von zehn Strategien ist.

Diese Woche folgt die erste Strategie im Detail, Refuse: Brauchen wir das Produkt überhaupt? Die wöchentliche Lerneinheit am Freitag gibt es für Abonnent*innen. 7 Screens in 3 Minuten.

Die Strategie, die keiner gern hört

Refuse ist die unternehmerische Seite der Suffizienz. Ein systematischer Review von 70 Studien beschreibt sie als bewusste Entscheidung, die Notwendigkeit von Produkten und Wachstum zu hinterfragen, statt nur „mehr mit weniger“ zu machen.

Der Unterschied ist entscheidend: Effizienz senkt den Aufwand pro Stück, Suffizienz senkt die Menge. In der Praxis klingt das weniger nach Verzicht, als man denkt.

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