2 Min. Lesezeit

Wer nicht auf der Liste steht

Sechs von zehn Unternehmen in Europa sehen nicht über ihre direkten Lieferunternehmen hinaus. Und wer nachfragt, hört dabei oft vor allem sich selbst.
Foto: Nebelverhangene Landstraße, die Sicht endet nach wenigen Metern. TopSphere Media/Unsplash
Wie weit reicht der Blick?

Sechs von zehn Unternehmen in Europa wissen nicht, was hinter ihren direkten Lieferunternehmen passiert. Nicht ungefähr, sondern gar nicht: Ihre Sicht auf Nachhaltigkeitsrisiken endet bei der ersten vorgelagerten Stufe ihrer Lieferkette.

Letzte Woche hat die Serie zu Stakeholder Engagement mit der Frage begonnen, warum ein Betrieb überhaupt zuhört. Diese Woche folgt die Auswahl: wer dazugehört, und wer oft übersehen wird. Die wöchentliche Lerneinheit am Freitag gibt es für Abonnent*innen. 7 Screens in 3 Minuten.

Die Sicht endet beim ersten Lieferunternehmen

IntegrityNext und BearingPoint haben dafür 394 Fachleute aus Einkauf, Nachhaltigkeit, Compliance und Risikomanagement in ganz Europa befragt. 60 Prozent sehen höchstens bis Tier 1. Nur 10 Prozent haben Einblick über mehrere Stufen hinweg.

Dabei hatten 79 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren Nachhaltigkeitsrisiken in ihrer Lieferkette mit erheblichen finanziellen oder operativen Folgen. Am Bewusstsein alleine liegt es also nicht. Es fehlt jedoch vielfach die Fähigkeit, Abhängigkeiten überhaupt zu erkennen. Jene Betriebe, die ihre Lieferkette umfangreicher betrachten, berichten 1,6-mal häufiger von einer hohen Widerstandsfähigkeit. Wo der Blick beim direkten Lieferunternehmen endet, fällt die Einschätzung 3,3-mal häufiger niedrig aus.

Daraus ließe sich schließen, dass es reicht, genauer hinzusehen und mehr Leute zu fragen. Eine Fallstudie aus diesem Monat zeigt, dass auch das nicht von selbst hilft.

Dieser Beitrag ist nur für Abonnenten