Gesamtnote gut, Wirkung offen
Die Serie zu Stakeholder Engagement endete vor gut einer Woche mit dem Befund, dass der wirtschaftliche Vorsprung nachhaltig wirtschaftender Unternehmen nicht immer nachweisbar ist. Daraus folgt nicht, dass sich Nachhaltigkeit nicht auszahlt, sondern vielmehr die Frage, welche ESG-Strategie zu welchem wirtschaftlichen Ergebnis führt.
Was ein Gesamtscore zusammenfasst
ESG-Ratings verdichten sehr unterschiedliche Praktiken zu einem Wert: den Umgang mit Beschäftigten, Umweltmanagement, Engagement im Gemeinwesen, Menschenrechte und Produktverantwortung. Ein Forschungsteam ist der Frage nachgegangen, ob bei dieser Verdichtung Information verloren geht. Der Ansatz der Studie: Jede Dimension baut andere Ressourcen auf, etwa Wissen und Erfahrung der Beschäftigten, und Innovation ist der Weg, über den diese Ressourcen wirtschaftlich wirksam werden. Grundlage waren 38.600 Beobachtungen börsennotierter Unternehmen aus den Jahren 2010 bis 2025.
Der Befund: Getrennt nach fünf Dimensionen lässt sich Innovation präziser erklären als mit einem Gesamtscore. Die drei verwendeten Innovationsmaße sind die Zahl der Patente, ihre Zitationen und ihr wirtschaftlicher Wert. Den stärksten Zusammenhang mit Innovation zeigt dabei die Dimension Belegschaft. Sie umfasst Beschäftigungsqualität, Vielfalt, Weiterbildung, Gesundheit und Sicherheit sowie berufliche Entwicklung. Es zahlt sich also aus, die Mitarbeiter*innen bei der ESG-Strategie des Unternehmens einzubinden.