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Erst wenn es verlangt wird

Markenhäuser setzen Klimaziele, viele Lieferunternehmen ziehen nicht mit. Zwei Studien dazu, was Druck in Lieferbeziehungen verändert und was nicht.
Foto: Ein dicker, geflochtener Seilknoten vor dunklem, unscharfem Hintergrund. Robert Zunikoff/Unsplash
Enger gebunden, gleich verteilt

Die Bekleidungs- und Schuhindustrie verursacht bis zu zehn Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, weshalb sich immer mehr Markenhäuser wissenschaftsbasierte Klimaziele setzen. Ihre Lieferunternehmen in den Beschaffungsländern beteiligen sich daran bisher selten.

Die Serie zu Stakeholder Engagement hat mit der Frage begonnen, warum ein Betrieb zuhört, und letzte Woche gezeigt, wer auf die Stakeholderlandkarte gehört. Diese Woche geht es darum, wie viel Einfluss die Eingeladenen tatsächlich haben. Die wöchentliche Lerneinheit am Freitag gibt es für Abonnent*innen. 7 Screens in 3 Minuten.

Was die Betriebe abhält

Ein Forschungsteam der Hong Kong University of Science and Technology hat 27 Interviews mit Lieferunternehmen der ersten und zweiten Stufe in Bangladesch und China geführt. Das Team wollte wissen, warum sich Lieferunternehmen dort nicht formal bei der Science Based Targets initiative (SBTi) beteiligen, obwohl der Druck von außen da ist.

Die Gründe hängen vom Umfeld ab. In Bangladesch sehen die Betriebe wenig Vorteil darin, weil sie bereits in viele Prüf- und Nachweisprogramme ihrer Kunden eingebunden sind. In China passt eine freiwillige Zielsetzung oft nicht zu Abläufen, die sich nach ausdrücklichen Vorgaben von Kunden oder Behörden richten. Dort gibt es außerdem einen zweiten Weg, den die Studie paradox nennt: Die Betriebe sehen den Nutzen durchaus, etwa für die eigene Wettbewerbsfähigkeit, und beteiligen sich trotzdem nicht, weil er hinter den Anforderungen der Kunden zurücksteht.

Mehr Druck wäre die naheliegende Antwort. Eine zweite aktuelle Studie zeigt, was sich in solchen Lieferbeziehungen unter Druck tatsächlich verschiebt.

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