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Die Ökonomie des Erhaltens

Reich wird mit unabhängigem Schreiben fast niemand. Warum es trotzdem trägt, was das mit Reparatur zu tun hat.
Foto: Werkzeugwand einer Fahrradwerkstatt. Anton Savinov/Unsplash
Erhalten statt ersetzen

Reparieren klingt technisch nach Werkstatt. Ökonomisch betrachtet ist es die Entscheidung, Wert zu erhalten, statt ihn neu zu kaufen. Das behandelt Repair, die fünfte der zehn Strategien der Kreislauf-Serie.

Und diese Woche schauen wir dabei ausnahmsweise auch auf dieses Produkt selbst. Denn was für Waschmaschinen gilt, gilt auch für unabhängige Wissensarbeit: Erhalten braucht ein Geschäftsmodell.

Letzte Woche ging es in der Lerneinheit um Reuse: weitergeben statt wegwerfen, und warum ein Pfandautomat noch kein Mehrweg ist. Diese Woche folgt Repair: reparieren statt ersetzen. Die wöchentliche Lerneinheit am Freitag gibt es für Abonnent*innen. 7 Screens in 3 Minuten.

Wovon Erhalten lebt

Außerhalb der Industrie ist im Dienstleistungsbereich und bei Kleinstunternehmen ein eigener Wirtschaftszweig entstanden: die sogenannte Creator Economy, also unabhängige Autor*innen, Podcaster*innen und Gestalter*innen, die direkt von ihrem Publikum finanziert werden. Für 2025 wurde sie auf über 200 Milliarden Dollar geschätzt. Bemerkenswert ist, wofür bezahlt wird: immer seltener für exklusive Information, immer öfter für Einordnung, Fachwissen und Vertrauen.

Wie das aus der Nähe aussieht, hat ein spanisches Forschungsteam untersucht. Dieses hat Kulturjournalist*innen begleitet, die ihre Arbeit von traditionellen Medien in einen selbst gestalteten Newsletter verlagert haben. Der Befund ist ernüchternd: Reich wird auf individueller Ebene damit praktisch niemand, selbst die bestverdienendste Autor*in der Stichprobe nicht. Was die Schreibenden trotzdem hält, ist die direkte Beziehung zu den Leser*innen und die Freiheit, über das zu schreiben, was sie für wichtig halten, ohne Werbekunden und Plattformlogik dazwischen.

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